Newsletter Ausgabe 02 / 2023

WOHLFÜHLATMOSPHÄRE

Neu gestaltete Aufenthaltsbereiche für die UME

"Perspektive gibt Hoffnung, die in vielen psychologischen Studien als Triebfaktor einer besseren Lebensqualität – auch bei schweren Erkrankungen – gilt.“

Neu gestaltete Aufenthaltsbereiche für die UME

„Aussicht schaffen, weil Aussicht Perspektive schafft. Und Perspektive gibt Hoffnung, die in vielen psychologischen Studien als Triebfaktor einer besseren Lebensqualität – auch bei schweren Erkrankungen – gilt.“ Dieses Zitat stammt von Architekturpsychologie-Professorin und Pionierin der Heilenden Architektur Tanja Vollmer. Wir Menschen stehen in ständiger Wechselwirkung mit unserer Umwelt. Die Umgebung, in der wir uns bewegen, hat Auswirkungen auf uns. Gerade die Gestaltung von Räumlichkeiten kann einen Priming-Effekt haben, also durch ihre Gestaltung bestimmte Assoziationen auslösen – in positiver wie negativer Hinsicht.

Aussicht schafft also Perspektive, schafft Hoffnung, schafft Lebensmut. Und Aussicht gibt es in der Universitätsmedizin Essen durchaus: Zum Beispiel im Operativen Zentrum II (OPZ II) mit seiner durchgehenden Fensterfront mit tollem Blick auf die Gruga, Essens größter Parkanlage. Auch aus einigen Patientenzimmern ist dieser Blick unverbaubar schön, ebenso in den Wartebereichen vor den Stationen. Um diese tolle Lage optimal auszunutzen und dem Ansatz der heilenden Architektur ein Stückchen näher zu kommen, haben wir hier, in den Wartebereichen der Kliniken für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie und für Neurochirurgie in der ersten und zweiten Etage des Gebäudes, gemeinsam mit den Verantwortlichen in den Kliniken und verschiedenen Dezernaten der UME sowie externen Dienstleistern ein neues Raumkonzept erarbeitet und umgesetzt  – inklusive Testphase mit Probesitzen durch Patientinnen und Patienten und Angehörige.

Das Ergebnis sind einladende Aufenthaltsbereiche, die neben der tollen Aussicht auf die Gruga nun auch verschiedene ergonomische Sitzmöbel in einem stimmigen Farbkonzept enthalten. Die neue Möblierung bietet Komfort durch gepolsterte Kunstlederbezüge. Gleichzeitig haben einige der Sofas erhöhte Seitenteile, sodass mehr Privatsphäre für Gespräche entsteht. Zusätzlich besonders: Da die Patientinnen und Patienten der beiden Kliniken sich in der Regel beim Aufstehen abstützen müssen, hat der Hersteller eigens für die Universitätsmedizin Essen ein angepasstes Modell des Sofas gefertigt, das dieses Bedürfnis erfüllt.

Unser Dank gilt der Stiftung Universitätsmedizin Essen, die das Projekt in der Klinik für Neurochirurgie finanziert hat. Wir danken damit ebenso allen Spenderinnen und Spendern, die die Stiftung unterstützen, herzlich!

Wer mehr zur Architekturpsychologie im Gesundheitswesen wissen möchte, dem seien neben den verschiedenen Veröffentlichungen und Büchern Prof. Tanja Vollmers auch die Ausstellung „Das Kranke(n)haus – Wie Architektur heilen hilft“ in der Münchener Pinakothek der Moderne von Juli 2023 bis Januar 2024 empfohlen, bei der die Architekturpsychologin eine der Kuratorinnen ist.

RÜCKBLICK

Ein Jahr Patientencafés für Transplantierte und Wartelistenpatienten

Vor knapp einem Jahr, im Oktober 2022, sind wir mit einem neuen Angebot gestartet: Den Patientencafés für Transplantierte und Wartelistenpatientinnen und -patienten. Seither haben wir 102 Betroffene und ihre Angehörigen in sechs Cafés begrüßt.

Ein Jahr Patientencafés für Transplantierte und Wartelistenpatienten

Vor knapp einem Jahr, im Oktober 2022, sind wir mit einem neuen Angebot gestartet: Den Patientencafés für Transplantierte und Wartelistenpatientinnen und -patienten. Seither haben wir 102 Betroffene und ihre Angehörigen in sechs Cafés begrüßt.

Den Impuls und die Idee für die neue Austauschmöglichkeit unter Gleichbetroffenen hatten die Patientenvertreterinnen und -vertreter aus dem WZO-Patientenbeirat gegeben. Allen voran Gerd Böckmann, selbst seit 2015 lebertransplantiert und Vorsitzender von Lebertransplantierte Deutschland e.V.: „Begegnungen mit anderen Patienten und Gespräche außerhalb der Klinikaufenthalte sind für viele Betroffene wichtig. Mir haben diese Kontakte bei der Bewältigung des Erlebten vor und nach meiner Transplantation sehr geholfen“, erzählt Böckmann.

Auch für Mitarbeitende sind die Cafés eine willkommene Möglichkeit, sich in einem lockeren Setting außerhalb der Klinik mit Betroffenen auszutauschen, Sorgen und Gedanken zu hören und nicht zuletzt auch fachliche Fragen zu beantworten. „Nachdem ich die Patienten präoperativ, mit schwerster Luftnot oder mit Herzbeschwerden kenne und danach den Erholungsverlauf auf der Intensivstation gesehen habe, ist es ein fantastisches Gefühl diese Patienten hier zu sehen, wie sie ein normales Leben im Kreise ihrer Angehörigen oder mit Freunden und Bekannten führen können“, erzählt Prof. Markus Kamler, kommissarischer Direktor der Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie und Ärztlicher Leiter der Herzchirurgie Huttrop. Viele der Besucherinnen und Besucher des Cafés zum Thema Herz und Lunge kennt er persönlich. Besonderes Highlight: Das gemeinsame Foto von Transplanteur Kamler und einem Organempfänger beeindruckende 18 Jahre nach der Doppellungen-Transplantation.

Wir freuen uns auf noch viele weitere Patientencafés und jede Einzelne und jeden Einzelnen, die oder der kommt. Ein herzliches Dankeschön geht an die Vertreterinnen und Vertreter aus dem WZO-Patientenbeirat, die sich bei den Cafés einmal mehr ehrenamtlich für andere Betroffene engagieren und jedem Treffen eine ganz besondere, persönliche Note verleihen. Herzlichen Dank!

ZUSAMMENARBEIT

Selbsthilfeorganisationen als wichtige Partner

HDP, IG Niere NRW oder ICD Deutschland: Das ist nicht etwa der Anfang einer Neuauflage des Hits „MfG – Mit freundlichen Grüßen“ der Fantastischen Vier, sondern: Hinter diesen Abkürzungen stecken Selbsthilfegruppen und Patientenverbände und damit engagierte Menschen, die sich für sich und ihre Erkrankung einsetzen.

Selbsthilfeorganisationen als wichtige Partner

HDP, IG Niere NRW oder ICD Deutschland: Das ist nicht etwa der Anfang einer Neuauflage des Hits „MfG – Mit freundlichen Grüßen“ der Fantastischen Vier, sondern: Hinter diesen Abkürzungen stecken Selbsthilfegruppen und Patientenverbände und damit engagierte Menschen, die sich für sich und ihre Erkrankung einsetzen. Seit vier Jahren liegt das Thema Selbsthilfe in unserem Institut für PatientenErleben (IPE). Seither hat sich viel getan: So befinden sich in unserem erkrankungsübergreifenden Netzwerk inzwischen über 130 Gruppen und Organisationen aus ganz Deutschland – von Alzheimer bis Restless Legs-Syndrom, von Chor fürs Leben bis Hochsensible.

Über 20 dieser Gruppen treffen sich im Margot von Bonin-Haus (Hohlweg 8) am Rande des Uniklinikgeländes. „Viele Gruppen haben teilweise langjährig bestehende Kontakte in die Kliniken und zu den Mitarbeitenden. Und falls noch nicht, sind wir gerne Bindeglied und stellen den Kontakt her. Übrigens auch umgekehrt, wenn eine Klinik Kontakt zu Gruppen sucht“, so Leiterin Monja Gerigk.

Gerade für eine Universitätsmedizin ist die Einbindung von Betroffenen ob bei Zertifizierungen oder in der Forschung nicht mehr wegzudenken. „Selbsthilfegruppen bilden hier eine tolle Möglichkeit, die eigene Perspektive zu ergänzen, gemeinsam Dinge anzugehen und zusammenzuarbeiten“, so Gerigk weiter. Wo die Zusammenarbeit schon bestens klappt: Im Patientenbeirat des Westdeutschen Zentrums für Organtransplantation. Hier engagieren sich viele der Patientenvertreterinnen und -vertreter in der Selbsthilfe – oft auf Landes- oder Bundesebene – und sind wertvolle Partner, konstruktive Feedback- und Ideengeber. Auch in der medizinischen Lehre ist das Thema angekommen: Mit einer Pflichtveranstaltung im Modul „Medizinische Psychologie“ und in Form eines weiteren freiwilligen Angebots, durch das Studierende Gruppen bei ihren Treffen besuchen können.

Inzwischen hat sich auch der Selbsthilfetag der Universitätsmedizin Essen, der in diesem Jahr zum dritten Mal stattfand, etabliert. „Bei der Veranstaltung liegt der Fokus vor allem auf der Stärkung. Uns sind Inhalte und neue Impulse für eine gesunde Lebensführung wichtig. Es geht auch um Selbstwirksamkeit: Was kann ich mir selbst – ob gesund oder erkrankt – Gutes tun? Außerdem ganz essentiell und ja auch der Kern der Selbsthilfearbeit: Der Austausch mit anderen“, sagt Stella Meijerink, Projektmitarbeiterin im IPE.

Kommen Sie gerne auf uns zu, wenn Sie Anknüpfungspunkte zum Thema Selbsthilfe suchen. Wir freuen uns auf den Kontakt unter Selbsthilfe@ume.de oder Tel. 0201 / 723 – 8188.

PATIENTENSICHERHEIT

IPE unterstützt das Projekt „Patients for Patient Safety“ des APS

Am 12. Juni war unser Kollege Slobodan Jovic bei einer Veranstaltung zum Projekt "Patients for Patient Safety" des Aktionsbündnisses für Patientensicherheit (APS) in Berlin zu Gast.

IPE unterstützt das Projekt „Patients for Patient Safety“ des APS

Am 12. Juni war unser Kollege Slobodan Jovic bei einer Veranstaltung zum Projekt „Patients for Patient Safety“ des Aktionsbündnisses für Patientensicherheit (APS) in Berlin zu Gast. In seinem Impulsvortrag stellte er das Institut vor und ging dabei auch auf die Frage ein, was ein Krankenhausaufenthalt aus unserer Erfahrung eigentlich für Patientinnen und Patienten bedeutet. Denn: Was für die Mitarbeitenden in Kliniken oft Routine, ist für Betroffene eine von Stress, Unsicherheit und Angst geprägte Phase ihres Lebens, die den gewohnten Alltag völlig aus den Angeln hebt. Dementsprechend mit dabei waren bei der Veranstaltung auch Patientinnen und Patienten, die von ihren Erfahrungen berichteten, sowie verschiedene Interessensverbände, Selbsthilfeaktive und der Referent des Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Rainer Sbrzesny. Ziel der Veranstaltung war die Sensibilisierung der Betroffenen für das Thema Patientensicherheit: Wie kann ich als Patient oder Patientin selbst Sicherheitsaspekte im Krankenhaus unterstützen? Worauf kann ich achten und wie für mich sorgen?

Mitte August folgte dann ein Interview mit der Leiterin unseres Instituts, Monja Gerigk, die als betroffene Angehörige ihre Erfahrungen zum Thema Behandlungsfehler im Krankenhaus teilt. Das hieraus entstandene Video unterstützt ebenfalls das Projekt und soll Patientinnen und Patienten Mut machen, selbst achtsam zu sein und bei Zweifeln besser einmal zu viel als zu wenig zu fragen.

Das Projekt „Patients for Patients Safety – Patientinnen und Patienten für Patientensicherheit“ wird gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit. Für die Dekade 2021 bis 2030 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Globalen Aktionsplan für Patientensicherheit ausgerufen mit dem Ziel, die Sensibilisierung von Patientinnen und Patienten und der Öffentlichkeit für Themen der Patientensicherheit durch ihre direkte Einbindung voranzutreiben. Diesem Vorhaben trägt das Projekt Patients for Patients Safety Rechnung.

Vielen Dank an Dr. Ruth Hecker, die uns als Vorsitzende des APS sowie Chief Patient Safety Officer und Leiterin des Qualitäts- und klinischen Risikomanagements in der Universitätsmedizin Essen dazu eingeladen hat, mitzuwirken. Wir haben uns gefreut, dabei zu sein und zu unterstützen!

Übrigens: Am Sonntag, 17. September war Welttag der Patientensicherheit. Mehr Informationen dazu gibt es unter https://www.tag-der-patientensicherheit.de/

Für Monja Gerigks Video einfach hier klicken.

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